Fahrt nach Sucre und Ankunft im Hostel

Am nächsten Tag fuhren wir, nachdem ich in einer Eisdiele, in der tatsächlich Werbung für ein Bundesligaspiel im IMG_1131Fernsehen lief, einen riesigen Limettenfrappé gegessen hatte, zum Busbahnhof, in dem Verkäufer lauthals die Fahrtziele der Busgesellschaften ausriefen: „Sucre, Sucre, Sucre!“ und „Lapalapalapaaaz!“. Im Bus wartete dann eine willkommene Überraschung: die Sitze waren viel bequemer, größer und weicher als die in deutschen Fernbussen. Da wir 14 Stunden Fahrt vor uns hatten, waren wir darüber sehr erfreut.

Auf dieser Fahrt bekamen wir dann einen ersten Eindruck von der Landschaft Boliviens, wenn natürlich auch nur von einem kleinen Teil. Da wir hoch aufs Altiplano fuhren, waren das vor allem Berge. Diese waren jedoch sehr beeindruckend: hoch und dicht bewachsen. Auch einige Flüsse konnten wir noch sehen, bevor es dann (um halb sieben!) zu dunkel wurde um noch viel zu erkennen. Dafür gab es dann Sterne. Viele Sterne. Und wenn wir nicht auf der Südhalbkugel gewesen wären, hätten wir bestimmt auch uns bekannte Sternzeichen entdecken können.

Aussicht aus dem Busfenster
Aussicht aus dem Busfenster

Einmal hielt der Bus, der keine Toilette hatte, noch auf dem Weg nach Sucre, und zwar an einer abenteuerlichen Raststätte: Die Hände wusch man mit Regenwasser und Klopapier gab es nicht. Das liegt aber daran, dass dieses in Bolivien Privatsache ist. Jeder hat seine Rolle, und die nimmt er mit. Dies, wurde uns erklärt, wird als hygienischer empfunden. Und wer schon mal auf einer Autobahntoilette war, kann das bestimmt nachvollziehen.

Uns war prophezeit worden, dass es im Bus nachts unsagbar kalt wird, da dieser zweimal auf über 3000 Meter über dem Meeresspiegel fährt. Deshalb hatten wir alle unsere Thermoschlafsäcke und Winterjacken dabei, bereit, uns bei Kälteeinbruch darin zu vergraben. Und tatsächlich merkte ich in der Nacht, dass es kälter wurde, aber nach den Ankündigungen war ich von der tatsächlichen Temperatur enttäuscht. Oder, besser gesagt, positiv überrascht. Auf das nächtliche Frieren hatte ich mich nicht gefreut.

Am nächsten Tag kamen wir um fünf Uhr morgens in Sucre an. Wir waren ungefähr eine Stunde zu früh da, und so war niemand gekommen, um uns abzuholen. Nachdem ich die ersten Stufen im Busbahnhof hochgestiegen war, bekam ich erst mal einen Schwindel- und Übelkeitsanfall. Der Grund war höchstwahrscheinlich die Höhe: Sucre liegt auf 2800 Metern über dem Meeresspiegel, das ist für mich, die ansonsten eher das deutsche Flachland gewöhnt ist, doch recht hoch. Dementsprechend anspruchsvoll gestaltete sich der Weg zum Hostel. Glücklicherweise kannten einige Jungs den Weg, der wirklich ziemlich kurz ist – wie ichjetzt weiß – mir in diesem Moment aber endlos erschien.

Und dann waren wir da, an dem Ort, an dem zumindest acht von uns ein Jahr verbringen würden. Die Leute, die nach drei Wochen nach Santa Cruz zurückkehren oder weiter nach La Paz fahren würden, wurden in Hostelzimmern einquartiert, und denen, die hierbleiben würden, wurde die Unterkunft für die Freiwilligen gezeigt. Die Zimmeraufteilung musste noch geklärt werden, da es für acht Leute ein Sechser-, ein Zweier- und zwei Dreierzimmer gibt, aber dann konnten wir einziehen. Ich bin jetzt mit Clara in einem Dreierzimmer, ich denke, das wird ganz gut funktionieren.

Whatsapp geht immer noch nicht. Wenn ihr kommunizieren wollt, könnt ihr mir auch einfach hier in die Kommentare schreiben.

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13 Gedanken zu „Fahrt nach Sucre und Ankunft im Hostel“

  1. Lieber Franziska, ich habe mit großem Interesse Deine ersten drei Berichte gelesen und bin sehr beeindruckt, wie gut Du schreiben kannst. Du beobachtest aufmerksam und kannst Deine Beobachtungen und Gefühle gut in Worte fassen. Glückwunsch! – Aber ich will hier keine Schulnoten vergeben….
    Offenbar ist es Dir bisher gut ergangen. Dass es Dir schwindelig wurde, nachdem Du von feuchtem Meeresspiegelniveau in einer Nacht auf 2.800 m gestiegen bist, ist kein Wunder. Anscheinend hast Du Dich schnell erholt. Aber aufpassen muss man mit der Höhenkrankheit (apunamiento).
    Ich wünsche Dir ein schnelles und gutes Einleben und bin gespannt auf die nächsten Berichte!
    Dein Onkel Ulrich

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  2. Liebe Biene, ich hoffe, dass es Dir inzwischen wieder besser geht??
    Es ist total spannend, Deine Abenteuer mit verfolgen zu dürfen (Zitat Tom). Du schreibst so flüssig, dass man es sehr gut lesen kann.
    Morgen fahren wir nach Norderney. So sind wir dann alle verstreut…

    Viele liebe Grüße von uns nach Sucre,

    Mama und Tom

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  3. Hi Kikine,

    freut mich, dass anscheinend bisher alles so gut geklappt hat. Die beiden nicht mehr wirklich Kleinen und ich verfolgen mit großer Spannung deine Einträge.

    Wie kommst du auf die schräge Idee, ich hätte keinen Rechner mit in den Urlaub genommen 😉
    Natürlich ist er dabei, nur auf dem Boot gibts ja das bekannte Stromproblem, so dass er quasi unbenutzbar war.
    Jetzt sind wir im Ferienhaus und können skypen.

    Herzliche Grüße von Kathi, Philipp & Papa

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  4. Hallo Franziska, es ist echt cool das es dir gut geht. Ist das mit dem Schwindel und der Übelkeit inzwischen beeser? Und wann fängst du dann eigentlich an mit arbeiten? Bis dahin lern fleißig spanisch und mach bald wieder einen eintrag, am besten mit fotos 😉 Übrigens schreibst du voll gut, du solltest Schriftsteller werden
    viele grüße kathi

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    1. Hey Kathi, danke der Nachfrage, es geht mir jetzt schon viel besser. Wann ich mit Arbeiten anfange weiß ich noch nicht, in den den nächsten Tagen bis Wochen, denk ich mal. Fotos kommen bald, versprochen! Machen wir einen deal: du wirst berühmte Reiterin und ich werde Schriftstellerin und dann schreibe ich alle meine Bücher über dich =)
      Viele Grüße, Franziska
      PS: wie ist euer Urlaub? Wie war das BunBo?

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      1. das ist gut das es dir besser geht 😉 ich freue mich auf die fotos! Der deal klingt wirklich mega cool, nur habe ich leider nicht das talent um meinen teil zu erfüllen =) der urlaub ist gut, das BunBo war auch cool. nur leider ist das wetter seid wir im ferienhaus sind voll doof.
        viele grüße kathi

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      2. Das wird schon mit dem Talent! Vermisst du den Donner schon? Oder geht es noch? Du siehst ihn ja auch bald wieder (im Gegensatz zu mir =(!) Das mit dem Wetter ist ja schade. Ihr müsst mir dann unbedingt auch mal Fotos vom Urlaub über email schicken!

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  5. Hallo Franziska
    das klingt ziemlich cool. Vorallem das mit den fussballfans ☺ was hast du noch so vor Bis du arbeitest? Gibt es da interessante Sehenswürdigkeiten ( z.b. ein fussballstadion)? Bei uns War der Urlaub bis jetzt sehr schön bis auf das der bunbo bei jeder Welle so klang als würde er untergehen (leichtbauvariante) 🙂 zum Schluss noch eine frage von der du wohl erwartet hast das sie kommt: wie ist das Essen in deiner Herberge ? 🙂 ich wünsche dir noch viel spass und gute Besserung 😏
    viele grüße philipp

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    1. Hallo Philipp, das mit den Fußballfans und den ganzen Robbentrikots fand ich auch sehr überraschend. Bis ich arbeite mach ich noch Sprachkurs, sonst eigentlich nicht viel. Lesen und chillen. Das mir dem Bunbo klingt abenteuerlich!? Das Essen ist immer sehr lecker, es gibt zweimal am Tag warm, das ist cool. Viele Grüße zurück!

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  6. Lesen und Chillen klingt gut und das mit dem bunbo War nervig da auch fliegen durch die vorgesehenen Gitter kamen und es weder einen tiefenmesser noch klappen gab 🙂 das mit dem essen ist natürlich schon cool ☺kuckst du jetzt champions-league quali? 😀

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  7. Oh :/ 😉 ja das War doof aber an sich War es trotzdem cool weil der natürlich auch besser zu fahren War durch seine Leichtigkeit und es soll auch Leute geben die mit drei Millionen fliegen und drei spinnen im zimmer besser schlafen können ☺ am ende wäre man natürlich trotzdem noch gern länger auf dem bunbo geblieben

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