Salar de Uyuni

Dienstagabend um neun brachen wir auf. Ich hatte kurz zuvor meinen Pass verloren und wiedergefunden, die obligatorischen drei Krisen gekriegt, ob ich jetzt auch wirklich genug Unterhosen mitgenommen habe und mich dann mit sämtlichen auf dem Markt erhältlichen Kekssorten für die Busfahrt eingedeckt. Wir stiefelten also los zur Terminal und setzten uns in den Bus, der uns zum ersten Ziel unserer Reise, dem Städtchen Uyuni bringen sollte, an dem der größte Salzsee der Welt liegt– der Salar de Uyuni. Nach einer siebenstündigen Busfahrt kamen wir dort um vier Uhr an und setzten uns zunächst in ein Café, wo wir dann auch direkt von einem Touranbieter angesprochen wurden. Das war uns ganz Recht, da wir uns vorher um keine Tour gekümmert hatten. Der Salar de Uyuni ist die größte Touristenattraktion Boliviens, was man von Uyuni selbst nicht behaupten kann, und somit ist die Stadt gesteckt voll von Touranbietern. Wir hielten uns dennoch an den ersten, der uns über den Weg lief. Dies stellte sich nachher allerdings auch als eine gute Entscheidung heraus.

Um halb neun fuhren wir dann mit unserem Guide William, einem Spanier und einer Französin los in Richtung Cementerio de Trenes. Der war dann auch ganz nett, dort gab es alte, verrostete Züge, die teilweise schon mit ihren Rädern im Sand versunken waren. Nach einem kurzen Zwischenstopp auf einem Salz-Tourimarkt ging es dann los auf den eigentlichen Salar. Salzhügel, ein Loch mit Wasser das sich „Ojo del Salar de Uyuni“ nannte und eine riesige Salzstatue für das Dakarrennen, das dieses Jahr zum Teil auf dem Salar stattfand, wurden uns dort zunächst gezeigt. Später gab es dann Mittagessen in einem Haus aus Salz. Nach diesem ging es auf die Kakteeninsel Incahuasi. Auf ihr befanden sich Kakteen. Der nächste Stopp wurde für lustige Perspektivfotos gemacht. Die Nacht wurde in einem Hostel verbracht, das komplett aus Salz bestand.

Am zweiten Tag ging es auf zu den Lagunen. An diesen gab es Flamingos. Die ersten waren blau, aber dann kamen wir zur Laguna Colorada, die tatsächlich verschiedene Farben hat. In der Wüste, durch die wir danach fuhren, stießen wir auf interessante Steinformationen, insbesondere einen Stein, der „Árbol de Piedra“ heißt, weil er geformt ist wie ein Baum. Ansonsten fuhren wir viel mit dem Jeep durch die Wüste, was einen Heidenspaß machte.

Dieser Tag war übrigens auch der Heilige Abend. Als wir in unserer sehr bescheidenen Herberge mitten in der Wüste angekommen waren, brachen wir deshalb erst einmal zu einem Weihnachtsspaziergang auf. Auf diesem versuchten wir, uns an deutsche Weihnachtslieder zu erinnern. Wir kamen nie weiter als bis zum Refrain. Währenddessen froren unsere Nasen ab, denn es war verteufelt kalt. Höchstwahrscheinlich sehr viel kälter als in Deutschland. Die Kälte tat dann auch meiner andauernden Erkältung so gut, dass ich mich am nächsten Tag direkt viel besser ging. Nach dem Spaziergang aßen wir zu Abend (Spaghetti mit Tomatensoße) und tranken ein bisschen Wein. Da wir am nächsten Morgen um vier Uhr aufstehen mussten, konnte auch nicht mehr lange vergeblich versucht werden, mir Salsatanzen beizubringen, und wir gingen früh ins Bett.

Der dritte Tag begann also schrecklich früh. Zunächst fuhren wir zu einer weiteren Lagune, der grünen Lagune, die zwar nicht grün, aber trotzdem schön war und dann fuhren wir zur weißen Lagune, die zwar nicht weiß, aber trotzdem schön war. Nach den Lagunen fuhren wir an schlammspritzenden heißen Geysiren vorbei und an einer heißen Quelle, in der man auch baden kann, wenn man nicht gerade eine Nase hat, die seit zwei Wochen nicht mehr aufgehört hat zu laufen.
Danach wurden wir an der chilenischen Grenze abgeliefert und in den Bus nach San Pedro de Atacama gesetzt.

 

 

 

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