Chile

Im Bus fiel uns dann direkt auf: wir sind nicht mehr in Bolivien. Es gab Leitplanken, Straßenschilder und –markierungen und der Bus hatte tatsächlich eine Klimaanlage. An der Migration in Chile standen wir dann erst mal ewig, aber darauf waren wir schon vorbereitet. Das hat alles mit der Tatsache zu tun, das wir aus Bolivien kamen und alle immer noch ein bisschen stinkig sind wegen der Meergeschichte.

Als wir schließlich in San Pedro selbst waren, fielen wir aus allen Wolken. Wir waren im Touriparadies hoch zehn gelandet. Die einzigen Läden, die es gab, waren Touragenturen, Restaurants und Banken. In den Straßen nur Europäer, Nordamerikaner und Australier. Trotzdem hübsch. Zuerst suchten wir uns also ein Hostel, in welchem wir dann nicht mal einchecken mussten, sondern einfach in irgendein Zimmer gesteckt wurden, und aßen Pizza in einem unfassbar teuren Restaurant. Natürlich nicht teuer für deutsche Verhältnisse, aber wenn man aus Bolivien kommt, erscheint einem Chile wie die Schweiz.

Am Tag darauf hatten wir einen Ausruhtag. Bis vier Uhr am Nachmittag machten wir wenig. Aßen Obst, lasen und litten an der chilenischen Hitze. 24 Grad! Das ist kaum auszuhalten, wenn man die letzten fünf Monate auf dem bolivianischen Altiplano verbracht hat. Am Nachmittag besuchten wir ein weiteres Valle de la Luna, diesmal etwas größer und beeindruckender als in La Paz. Allerdings gehörten wir diesmal der riesigen Touristennhorde an und konnten uns insofern nicht über sie beschweren.
Der nächste Tag wurde größtenteils mit Busfahren verbracht.

Um halb elf brachen wir mit einem chilenischen Bus in Richtung Iquique an der Pazifikküste auf. Die Fahrt dauerte sieben Stunden, und wir hatten zwar echtes Glück, da wir die Plätze ganz vorne im Bus erwischt hatten, aber leider war unser Blick dann doch nicht so umwerfend wie wir uns das vorgestellt hatten. Das lag einerseits an den zerklatschten Insekten an der Windschutzscheibe und andererseits an der Tatsache, dass wir durch einen Teil Chiles fuhren, der ausschließlich aus karger Wüste bestand. Da bin ich, wie ich inzwischen weiß, eher nicht so großer Fan von. Als das Meer dann plötzlich vor uns auftauchte, war das aber schnell vergessen.
In Iquique angekommen, waren wir allerdings erst mal etwas enttäuscht, denn, wer hätte das gedacht, es ist nicht Barcelona. Man sieht viele Hochhäuser und nicht besonders schöne Straßen. Abends aßen wir Pizza in der einzigen schönen, die wir finden konnten, und erschraken über die Weihnachtsbäume am Meer. Das kam mir irgendwie falsch vor, und Weihnachten war für mich zu diesem Zeitpunkt ohnehin schon gegessen. Unser Hostel war ziemlich super dort, es hatte eine Dachterrasse, von der aus man wunderbar den Sonnenuntergang über dem Meer beobachten konnte, und ab da war ich versöhnt mit Iquique.

So sprangen wir dann auch am nächsten Morgen um neun in besagtes Meer, da zu diesem Zeitpunkt noch etwas Sand vor lauter Sonnenschirmen zu sehen war. Nachdem wir ein paarmal von ein paar Wellen fast ertränkt wurden, beschlossen wir, erst einmal zu frühstücken. Nach diesem brachen Svenja und ich dann auch schon wieder in Richtung Ticketsuche auf, da wir am Abend noch in den Bus nach La Paz steigen wollten. Dies stellte sich als schwieriges Unterfangen heraus. Wir liefen zunächst zum nationalen Terminal, von dem aus wir zum internationalen geschickt wurden, von welchem wir ins Barrio Boliviano geschickt wurden, vor welchem wir im Verlauf bestimmt zehnmal wegen seiner Gefährlichkeit gewarnt wurden. Von dort aus mussten wir dann wieder losgehen um Geld zu suchen, was wir beim ersten Terminal fanden. Von dort aus mussten wir wieder zum Barrio Boliviano, wo wir dann schließlich, endlich unsere Tickets kaufen konnten.

Und so war die Hälfte des Tages auch schon wieder rum. Wir gingen also noch einmal ins Meer, und danach ging es samt Gepäck zurück zum internationalen Terminal, wo wir erst einmal auf unseren verspäteten Bus warteten und uns von einigen älteren Damen die Lebenslinien lesen ließen. Seltsamerweise sahen die Lebenslinien desto besser aus, je mehr Geld man ihnen gab. Wir hauten noch unsere restlichen Pesos in den Süßigkeitenläden des Terminals raus und brachen schließlich auf.

 

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Ein Gedanke zu “Chile”

  1. Meine liebe kleine Weltenbummlerin , Du kommst ja ganz schön in der Weltgeschichte herum !! Ein valle de la luna habe ich auch einmal mit O. Ulrich in den Anden besichtigt . Das war auch eine abenteuerliche Fahrt ! Aber manchmal bin ich auch ganz erstaunt , wie schön es direkt vor meiner Nase ist u. geniesse die Baumberge . Pass gut auf Dich auf . Bleib gesund !! Geh den Mücken aus dem Weg , damit Du Dir kein Zicka Virus fängst ! Lass dich ganz fest umarmen von Deiner Oma Maria

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