Cajamarca

Vor einigen Wochen hatte ich mit zwei anderen aus dem Hostel einen Ausflug in das ökologische Zentrum Cajamarca eine halbe Stunde außerhalb von Sucre gemacht. Es ist ein Zentrum, das vor 25 zur Seminarabhaltung fern der Stadt von Annelie Demel gegründet wurde. Später entwickelte sich das ganze eher zu einem Aufforstungsprojekt. Die Berge um Sucre herum waren kahl, bis in den Achtzigern von einigen Professoren und Studenten Sucres beschlossen wurde, mit der Aufforstung zu beginnen. Dies wurde von Frau Demel weitergeführt und auch heute noch werden jährlich viele Bäume gepflanzt.

Im Laufe unseres Besuchs kam uns die Idee, dass, da die ganze Geschichte auch ein IJFD-Projekt ist, wir dort vielleicht ein bisschen mitarbeiten könnten. Die Verantwortlichen dort fanden die Idee super, auch Max Steiner, den wir beim Zwischenseminar darauf ansprachen, hatte nichts dagegen, und so fuhr zunächst Sophia für einen Monat hin.

Sie hatte eigentlich vorgehabt, länger zu bleiben, aber Arturo machte ihr bezüglich dessen einen Strich durch die Rechnung. Nachdem auch ich alles mit meiner Arbeitsstelle abgeklärt hatte, stand meinem Aufenthalt nichts mehr im Weg. Bei mir war von vorneherein geplant, dass ich nur einen Monat bleibe, da meine Arbeitsstelle mich nicht länger entbehren wollte und ich ja auch dort ziemlich zufrieden bin.

Ich fuhr also Anfang März das erste Mal hoch in das Zentrum. Schon der Weg ist abenteuerlich, er ist nicht asphaltiert, vom Regen zerfurcht und eigentlich nur mit Geländewagen  zu passieren. Oben gibt es nicht wirklich Strom, die Lampen werden durch Solarstrom bedient, sind aber schon etwas älter, sodass man sich sein Licht gut einteilen muss, ebenso wie den Handyakku. Man hat allerdings weder Handy- noch Internetempfang, insofern ist das halb so schlimm.

Ich war nach Cajamarca gekommen in der Erwartung, dort alleine zu sein und meine Ruhe zu haben vom stressigen WG-Alltag. Dem war aber absolut nicht so. Als ich ankam, warendort noch drei reisende Berliner stationiert, und im Laufe der Zeit kamen immer mehr Freiwillige dazu, die meisten deutsch. So war es auch nichts mit dem intensiven Verbessern meiner Spanischkenntnisse.  Trotzdem war es sehr erholsam, den ganzen Tag in der Natur zu sein, keinen Autolärm zu hören und nicht ständig durch irgendwas abgelenkt zu sein.

In meiner ersten Woche schlief ich dann auch die ersten Nächte alleine im Freiwilligenhaus, das aus Holz besteht und tatsächlich von Freiwilligen gebaut wurde. Es ist sehr gemütlich, aber auch etwas undicht und deshalb wird es in den kalten Nächten von Cajamarca etwas frisch. Ich schlafe inzwischen mit zwei Decken und einem Schlafsack, und damit ist es dann auch nicht mehr kalt.

Die Arbeit ist immer unterschiedlich. So habe ich in meiner ersten Woche zum Beispiel viel Unkraut gezupft, aber auch ein paar Bäumchen gepflanzt. In der zweiten Woche habe ich geholfen ein Beet umzugraben, und ansonsten haben wir Bäume im Wald eingesetzt. In der dritten wurden Zwiebeln entunkrautet und die Errichtung eines neuen Hühnerstalls wurde gestartet. Zu diesem Zweck warfen wir riesige Felsbrocken durch die Gegend.

Hühner gibt es nämlich auch in Cajamarca. Morgens um sechs lasse ich sie aus ihren Ställen raus und füttere sie manchmal auch. Ihre Eier kann man bei Doña Aleja kaufen, einer Frau, die seit vielen Jahren in Cajamarca lebt und in der Nähe geboren wurde.

Essen muss man sich selbst mit nach Cajamarca bringen. Wenn noch andere Freiwillige zur Stelle sind, kocht man häufig gemeinsam, ansonsten muss man am Wochenende immer genug einkaufen. Das funktioniert erstaunlich gut, auch wenn am Ende der Woche das Gemüse meist nicht mehr das frischeste ist.

Arbeiten tue ich in Cajamarca nur vormittags, was bedeutet, dass ich mich nachmittags anderen Beschäftigungen widmen kann. Es gibt um das Zentrum herum viele tolle Wanderwege und einen Fluss, zu dem man hinuntersteigen kann.  Zudem bin ich endlich mal wieder zum Lesen gekommen.

In Cajamarca gibt es auch ein Pferd, es läuft frei herum und ist nicht der größte Menschenfreund. Trotzdem hat eine andere Freiwillige es ein paarmal eingefangen und wir haben ein paar Runden durch den Wald gedreht.

 

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